Winterroadtrip II

Winterroadtrip II

Als wir am dritten Morgen unseres Roadtrips erwachten, fanden wir uns in eine weiße Decke aus Schnee gehüllt. Der Winter war nun doch endlich angebrochen! Nachdem wir all unsere Kisten und Decken und Jacken aus unserer Hütte zurück ins Auto verfrachtet hatten und schließlich komplett durchgefroren auf die Sitze plumpsten, war die Freude über den plötzlichen Kälteeinbruch kurzzeitig doch etwas gedämpft. Aber sobald wir losfuhren, konnten wir gar nicht mehr anders, als mit großen Augen an den Fenstern zu hängen. Es war, als wären wir direkt durch die Rückwand unseres Kleiderschrankes nach Narnia gestolpert, eine verzauberte Landschaft aus Schnee und Eis…

Gegen den heftigen Wind ankämpfend bahnten wir uns einen Weg zu dem kleinen Lokal in Holmavík. Die Besitzerin, eine etwas in die Jahre gekommene kleine Frau mit tief zerfurchtem Gesicht und breitem Grinsen, war ganz überrascht, dass wir uns bei dem Wetter in ihre Stube verirrt hatten, machte sich aber gleich ans Werk, unsere Baguettes vorzubereiten.

Um uns die Wartezeit zu verkürzen, bot sie uns an, einen Blick in die Ausstellung Sorcery and Witchcraft in Iceland (Hexerei und Zauberei in Island) zu werfen – natürlich gegen einen kleinen Aufpreis. 😀 Uns beiden hallten bei ihren Worten die Stimme Rufus Becks in den Ohren: „Hogwarts, Schule für Hexerei und Zauberei“… Und ein kleiner Blick konnte ja nicht schaden!

Wir erfuhren allerlei über tatsächlich praktizierte Magie in Island – Hauptsächlich dafür verwendet, Gebrechen zu heilen, einen Dieb ausfindig zu machen oder die Milch von anderen Bauern zu klauen. Wer dafür irgendwann einmal Verwendung haben sollte: Wir wissen jetzt über die entsprechenden Runen, Zauberformeln und Geheimzutaten Bescheid (Deren Hauptbestandteil meist entweder das Haar einer Jungfrau oder Blutstropfen verschiedenster Körperteile des Zauberers zu sein scheinen…)

In Gedanken noch bei den verschiedenen Okkulten und Hexenprozessen schmeckte das Baguette doch ein wenig seltsam… Doch wir wurden durch ein wundervolles Stück warmen Rhabarberkuchens mit Sahne mehr als versöhnt. 😀

Wieder im Auto ging es weiter in Richtung Akureyri. Aber erst einmal mussten wir aus den Westfjorden herauskommen, was sich als schwieriger gestaltete als gedacht. Mitten im Nichts auf der Landstraße wurden wir von einem ausgewachsenen Schneesturm eingeholt. Mit 20 km/h tuckerten wir von einem Leitpfosten zum nächsten, immer froh wenn wir diesen denn durch das Schneegestöber hindurch erkennen konnten.

Auf jeden Fall ein Erlebnis! Doch Nils machte seine Sache gut – so gut, dass ich nach der ersten halben Stunde voller Adrenalin und halb begeistert, halb besorgt, doch einfach eingeschlafen bin.

 

 

Dieser Artikel ist Teil der Serie: Winterroadtrip – Dem isländischen Winter auf der Spur

Wenn ihr ihn noch nicht kennt, findet ihr hier den ersten Artikel: Winterroadtrip I

Bald geht’s weiter!

Mehr coole Artikel zu unseren Wintertouren…?

Unsere erste Gletschertour: Auf dem blauen Eis

Und mitten hinein in einen: Into the Glacier – coming soon

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Partnern von átak, die uns für den gesamten Roadtrip ein Auto zur Verfügung gestellt haben!


Nils & Katha

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