Westman Islands – Die Insel der Vulkane und Papageientaucher

Westman Islands – Die Insel der Vulkane und Papageientaucher

Zusammen mit Jan und Josephine brachen wir am Morgen von Nils’ Geburtstag auf zur Fähre, die uns zu den Westman Islands bringen sollte. Da die letzte Nacht (unerklärlicherweise) für uns alle sehr viel kürzer gewesen war als gewöhnlich, war es ausgesprochen ruhig im Wagen. Jeder hing mehr oder weniger über seiner Wasserflasche, klagte über mehr oder weniger starke Kopfschmerzen und kämpfte gegen die leichte Übelkeit an, die nur mehr oder weniger mit Nils’ Fahrstil korrelierte. (Wir waren, mal wieder, spät dran 😀 )

Die Überfahrt dauerte zum Glück nicht, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen war, mehrere Stunden, sondern kaum 40 Minuten. Besonders auf dem letzten Teil der Strecke hingen wir alle vier über der Reling, wild am Fotografieren und mit riesigen Augen ob der vielen kleinen, absolut atemberaubend aussehenden Inseln, die wir passierten. Nun, klein im Bezug auf ihren Umfang. Ausgesehen haben sie eher wie schwimmende Berge…

On the ferry to the Westman Islands

Auf der “Hauptinsel” der Westman Islands angekommen, schulterten wir die Drohne und unseren Proviant und marschierten zum abgelegensten, äußersten Punkt der Insel. Während Jan und Nils die Drohne um unsere Köpfe, über das Wasser und hinüber zu den anderen Inseln fliegen ließen, gingen Josephine und ich ein wenig spazieren, sammelten Steine (also ich…) und stellten fest, dass trotz der vielen Häuser und Läden die Gegend vollkommen ausgestorben war. Es war Samstag Mittag, alles hatte zu, keine Menschenseele unterwegs…

On the Westman Islands

Dann der Anruf von den Jungs: Die Drohne war weg. Signal verloren und nicht wieder aufgetaucht. Zum Glück hatten sie die letzte Position der Drohne. Beziehungsweise, wir wussten, über welchen Berg sie als letztes geflogen war.

Also marschierten wir einmal um die Insel herum und zu eben jenem Berg. Unterdessen begann es, erst leicht, dann immer stärker zu regnen.

Klettern auf den Westman Islands

Die ersten Kletterpassagen machten einfach nur Spaß… Obwohl sie mich unwillkürlich an die Treppen erinnterten, die Frodo, Sam und Gollum gemeinsam erklimmen um nach Mordor zu gelangen. Doch je stärker es windete und je nasser die Sprossen der Leiter wurden, desto mulmiger wurde uns. Und der Weg wurde einfach immer steiler… Jan war bereits hunderte Meter über uns. Es war seine Drohne, beziehungsweise die seines kleinen Bruders…

Westman Islands: Auf der Suche nach der Drohne

Irgendwann gelangten wir an einen Punkt, an dem Josephine mit ihren Sommerschuhen und ich ohne Haargummi und ohne Regenschutz einfach nicht mehr weiter konnten. Der Weg zurück gestaltete sich als tausendmal schlimmer als der Weg hinauf. Auf allen Vieren rutschten wir den Pfad hinab und hangelten uns von einer Leiter zur nächsten. Und manchmal, wenn der Wind so stark pfiff, dass es sich anfühlte, als würde er einen glatt vom Berg wehen, blieb uns nichts anderes übrig als uns im Felsen festzukrallen und zu warten, bis er wieder ein wenig nachgelassen hatte.

Wir waren beide unglaublich froh, als wir endlich unten angekommen waren und uns in die nächste Tankstelle-Schrägstrich-Kaffeehaus flüchten konnten… In Gedanken bei den Jungs, die sich jetzt bei diesem Unwetter irgendwo auf dem zerklüfteten Berg befanden, den wir vom Fenster aus sehen konnten.

Westman Islands - Auf der Suche nach der Drohne

Manche sagen, die beiden hätten die Drohne gefunden und waren von ihrem Anblick so erschüttert, dass sie es nicht übers Herz brachten, sie zu bergen. Andere sagen, sie hätten unterwegs einen Balrog getroffen und besiegt…

Alles was wir wissen, ist dass sie 2 Stunden später triefnass, strotzend vor Dreck und ohne Drohne zurückkehrten… Wir Mädels hatten in Zwischenzeit Cheeseburger und Pommes en masse besorgt. Und dann war es auch schon wieder Zeit, um zurück zur Fähre zu gehen, wo Jan die unangenehme Aufgabe erwartete, seine Familie vom Verlust zu unterrichten.

Das war also unser Ausflug zu den Westman Islands. Papageientaucher hatten wir wenn dann nur von Weiten gesehen (und es hätten genau so gut Möwen sein können) und für die Vulkane hatten wir auch keine Zeit mehr… Aber dafür war es ein richtiges Abenteuer! 😀

Regen auf den Westman Islands

 

Was wir außer Westman Islands sonst noch für Ausflüge mit Jan gemacht haben… (Und bis zu dem Zeitpunkt: mit Drohne :/) :

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Nils & Katha

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