Tag 6 – In 8 Tagen um die Insel

Tag 6 – In 8 Tagen um die Insel

Nach nun bereits fünf Tagen auf der Straße war unser Auto mittlerweile eine einzige Müllhalde – sollte man in die Verlegenheit geraten, etwas Bestimmtes zu suchen, wie das Kamerastativ oder frische Socken, konnte das in einer 20 minütigen Ausgrabung ausarten.
Ich fasste mir also ein Herz und beschloss auf dem Campingplatz in Akureyri, unseren Wagen zu entrümpeln und wieder aufzuräumen. Man sollte nicht meinen, wie viel man in einen kleinen Suzuki Swift packen kann!
Ich häufte also Tasche um Tasche, Jacke um Jacke vor dem Wagen auf, versuchte, die einzelnen Socken und leeren Flaschen zu sortieren und entsorgte Mülltüte um Mülltüte. Irgendwie wurde ich während unseren gesamten Trip das Gefühl nicht los, immer wieder zur Erheiterung meiner Mitmenschen beizutragen…

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Mit einem wunderschön aufgeräumten, systematisch gepackten und sauberen* Auto brachen wir am sechsten Tag auf, um die zweitgrößte Stadt Islands zu erkunden: Akureyri. Charmant, das beschreibt sie wohl am besten. Sehr viele kleine Häuser, kleine Läden, breite gepflasterte Fußgängerwege, immer wieder zwischen den Häusern durch der Blick aufs Meer und trotz der vielen Menschen sehr viel Platz und eine gewisse Ruhe…

* (zumindest von innen… der Dreck AUF dem Auto kostete uns am Ende des Trips ganze anderthalb Stunden mit einem Wasserschlauch und einem Hightech-Besen zum Schrubben, bis wir annähernd das Gefühl hatten, wir könnten den Wagen ohne schlechtes Gewissen wieder beim Eigentümer abliefern :D)

Wir gingen an diesem Morgen ganz in der isländischen Kultur auf – zumindest was das Essen betrifft: Hotdogs von einem Straßenstand, von denen es selbst in den verlassensten Winkeln Islands noch welche zu geben scheint, und Eis natürlich.
Man solle meinen, dass Eis in einem ohnehin schon so kalten Land eher fehl am Platz ist… Aber auch wenn dabei der gesamte Mundraum stirbt, die Isländer scheinen total darauf abzufahren.

Wenn ich mir eine Eisdiele vorstelle, dann denke ich an eine lange Theke mit verschiedensten Eissorten. Dementsprechend verwundert war ich, als wir den Laden betraten und kein Eis zu sehen war. Stattdessen war die Theke voll von Süßigkeiten, Soßen und Früchten. Die Verkäuferin war so nett, uns Schritt für Schritt durch den Prozess des Bestellens zu führen: Zuerst wählt man eine Eissorte (Vanille oder Schokolade). Dann eine Soße, die in Wirklichkeit warme, geschmolzene Schokolade in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Kakaoanteilen ist. In die wird das Eis getunkt, sodass man in Sekundenschnelle eine mit harter Schokolade überzogene Kugel hat. Und danach lässt man seiner Phantasie freien Lauf und kann im Prinzip ALLES dazuwählen. (Natürlich jeweils für einen Aufpreis.)

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Ich weiß nicht, ob ich in Deutschland jemals so viel Geld für einen Eisbecher ausgegeben hätte… Aber nun ja, es hat Spaß gemacht – Und am Ende auch noch richtig gut geschmeckt!

Mit prall gefüllten Mägen verließen wir Akureyri und fuhren weiter die Nordküste entlang. Wobei es wohl eher ein “Stop and Go” war denn ein Fahren… (Gefühlt) Alle Viertelstunde entdeckte Nils einen neuen Spot, an dem wir unbedingt eine Timelapse oder Langzeitbelichtung machen mussten. Und so fuhr ich immer wieder rechts ran, Nils baute sein Kameraequipment auf, stellte die Timelapse ein und dann wanderten wir die nächste halbe Stunde ein bisschen durch die Gegend, suchten Blaubeeren und vertrieben uns die Zeit, die eine solche Timelapse eben beansprucht.

Nicht weiter verwunderlich kamen wir so sehr viel später in Siglufjörður an als erwartet, sodass das Heringmuseum, zu dem uns geraten wurden, leider schon geschlossen hatte. Ich bin mir sicher, wir haben da etwas sehr Großartiges verpasst… 😀

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Stattdessen haben wir die idyllische Szenerie des kleinen Fischerdörfchens genutzt, um – ratet mal – eine Timelapse zu machen. Wir hatten uns auf einem Steg eingerichtet, an dem ein altes Fischerboot vertäut lag. Die Zeit verstrich, es wurde dunkler und die Temperaturen fielen… Dreimal rannte ich zurück zum Auto, bis wir schließlich ausstaffiert waren mit unseren dicksten Jacken (alle übereinandergezogen), Handschuhen, Schals, Mützen und einer großen Kanne Tee.
Weil es sich beim bloßen Stehen und Warten trotzdem anfühlte, als würden die Beine gefrieren, beschlossen wir (also ich) zu tanzen. Also Musik vom Handy laut, Arm um die Hüfte und wir schwangen uns im Discofox über den Holzsteg.
Nils’ Gesicht war eindeutig die Begeisterung abzulesen… Aber ICH hatte meinen Spaß! Ein Glück war es bereits so spät und die Straßen Siglufjörðurs schon verlassen…

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Vor der Strecke aus Siglufjörður heraus und Richtung Hofsós wird eindrücklich gewarnt! Die Straße ist nach rechts zum Meer hin kaum gesichert – und von links kommt es immer wieder zu Erdrutschen, die ganze Teile der Straße mitreißen.

Als wir an diese Stelle kamen, war die Strecke gerade wieder neu hergerichtet worden, das heißt das Fahren an sich war kein Problem. Nur alle 8 Meter wechselten sich Asphalt und feste Erde ab – immer dort, wo in letzter Zeit die Straße weggerissen wurde.

 

In 8 Tagen um die Insel

Dieser Artikel ist Teil einer ganzen Reihe mit dem Namen „In 8 Tagen um die Insel“, in der wir beschreiben, wie wir mit dem Auto ganz Island umrundet haben.

Zur Übersicht: In 8 Tagen um die Insel

Zu Tag 5: Tag 5 – In 8 Tagen um die Insel

Zu Tag 7: Tag 7 – In 8 Tagen um die Insel

Wer wir sind? Klick hier um mehr über uns zu erfahren: Katha & Nils stellen sich vor

Hier findet ihr eine Karte, die unsere Route an Tag 6 zeigt: https://goo.gl/maps/8KSVauSGcqz

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Nils & Katha

1 COMMENT
  • Sharleena
    Antworten

    I’m imsrspeed. You’ve really raised the bar with that.

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