Tag 1 – In 8 Tagen um die Insel

Tag 1 – In 8 Tagen um die Insel

Anders als erwartet sind die größeren Sehenswürdigkeiten in Island allesamt recht ausgebaut und auch recht gut besucht. Das bedeutet natürlich nicht, dass man keine reinen Naturbilder ohne “Störfaktoren” machen kann… Es heißt nur, dass man ungefähr dreimal so lange dort ist wie alle anderen, da man für jedes Bild die Pause zwischen zwei chinesischen Familien abwarten muss.

Und unser erstes Ziel, Seljalandsfoss, bot auch wirklich viele Anlässe zum Fotografieren…Das Besondere an diesem Wasserfall: Es gibt einen Weg, der hinter dem Wasserfall, also zwischen Felsen und Wasser entlang führt! Und natürlich nicht zuletzt die Trauung eines Hochzeitspaares direkt vor dem Wasserfall, idyllisch im Kreise ihrer engsten Verwandten und ungefähr 30 asiatischer Fotografen.

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Nachdem wir Seljalandsfoss nun wirklich aus jedem möglichen Winkel fotografiert hatten, liefen wir noch ungefähr 500 Meter weiter und kamen zu einem relativ schmalen Felsspalt, aus dem ein kleiner Bach floss. Eine isländische Freundin hatte uns diesen Geheimtipp gegeben…

Es brauchte schon einiges an akrobatischem Geschick, um keine nassen Füße zu bekommen, als wir uns durch den Felsspalt quetschten – und wer mich kennt, weiß, dass ich davon nicht so viel besitze. Aber schließlich standen wir in einer Felshöhle, in die aus etwa 20 Meter Höhe das Wasser fiel… Ein wirklich magischer Ort!

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Ungefähr eine halbe Stunde Fahrt entfernt war unser nächstes großes Ziel, der Wasserfall Skógafoss. Nils großer Traum: kleiner Mensch vor gewaltige Natur fotografieren. Also habe ich meine pinke Softshelljacke angezogen und mich vor Skógafoss gestellt. Natürlich ist dies der einzige Grund, warum ich eine pinkfarbene Jacke besitze…

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Das einzige Problem mit Wasserfällen: da ist ein Haufen Wasser im Spiel. Wassertropfen. Die Spritzen, wenn das Wasser unten ankommt. Die WEIT spritzen… Das Wasser auf dem Gesicht war die ersten 10 Minuten eigentlich eher angenehm. Dann blickte ich an mir hinunter und bemerkte, dass ich komplett durchnässt war. Also wirklich NASS. Aber ich wollte ja Nils’ Foto nicht zerstören und stand einfach da und stand da und stand da… Irgendwann habe ich angefangen, laut “Hallelujah” von Leonard Cohen gegen das Getöse des Wasserfalls anzusingen. Das hat zwar nicht das Wasser vor mir geteilt, aber lustig war es trotzdem – besonders als ich irgendwann bemerkte, dass kaum ein paar Meter entfernt die ganze Zeit zwei Jungs standen und entweder meinen Gesang oder den Wasserfall unglaublich interessant fanden.

Die Putzfrau hat ein wenig konsterniert geschaut, als ich eine halbe Stunde später triefnass in die Toilette gewatschelt kam. Ich kurz darauf auch, als mir bewusst wurde, dass ich statt meiner Jogginghose nur einen zweiten Pulli mitgenommen hatte… Aber gut, die anderen Touris hatten mich auch schon singen gehört, die konnte eh nichts mehr schocken!

Es war bereits früher Abend, als wir die Felsen von Dyrhólaey erreichten. Waren meine Haare bis dorthin noch nicht trocken – jetzt waren sie es auf jeden Fall! Das letzte Mal, dass ich so einen starken Wind erlebt habe, war glaube ich an der Nordsee… Nils hat mir seine Kamera überlassen und ja, ich hatte sehr viel Spaß damit 😀

Nur, wenn man ein Foto von dem Meer und dem Strand unter einem macht und einem hinterher auffällt, dass man von dem Wind unbemerkt beinahe einen ganzen Schritt weiter Richtung Abgrund getragen wurde… Sagen wir, es war abenteuerlich!

Außerdem haben wir dort das erste Mal echte Papageientaucher gesehen! Das isländische Wort für diese Tiere, Lundi, klingt sehr viel süßer und wird ihnen sehr viel eher gerecht als das deutsche… Das sind einfach so goldige und irgendwie lustig wirkende Tiere!

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Leben und Lügen des Solheimandsur Plane Wrecks

Es war bereits relativ spät, als wir das Zelt aufgebaut hatten und uns zu der Stelle aufmachten, wo vor Jahren ein Flugzeug in den Strand von Solheimasandur abgestürzt ist. Nils meinte es ist abgestürzt, und wir haben ein paar Bilder im Internet gesehen, die diese Behauptung unterstützen…  Aber ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass dieses Flugzeugwrack, sollte es jemals existiert haben, entweder von verrückten Fotografen oder Umweltschützern weggetragen wurde – oder letztendlich soviel Ähnlichkeit mit einem Felsen hat, dass wir es im Licht der langsam untergehenden Sonne (ja, um halb 11 Uhr nachts) schlicht verwechselt haben.

Andernfalls hätten wir bestimmt coole Fotos mit diesem exklusiven Motiv schießen können…

Was wir stattdessen gefunden haben – was von Weitem und mit viel Fantasie zweier seit Stunden Wandernden und langsam verzweifelt Werdenden schon als Flugzeugwrack interpretiert werden konnte – war ein Teil eines riesigen Walskeletts. Auch ein tolles Motiv, aber im Dämmerlicht dann fast ein wenig gruselig.

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Irgendwann ist die Sonne dann untergegangen… Und das war dann der Moment, in dem uns klar wurde, dass selbst ein rot lackiertes Auto in einer dunklen Felsenlandschaft relativ unauffindbar ist. Sagen wir einfach, es wurde spät in dieser Nacht 😀

 

Der zweite und unweit erfolgreichere Versuch, das Wrack von Solheimsandur zu finden: Flugzeugwrack – Und es gibt es doch!

 

 In 8 Tagen um die Insel

Dieser Artikel ist Teil einer ganzen Reihe mit dem Namen „In 8 Tagen um die Insel“, in der wir beschreiben, wie wir mit dem Auto ganz Island umrundet haben.

Zur Übersicht: In 8 Tagen um die Insel

Zu Tag 2: Tag 2 – In 8 Tagen um die Insel

Wer wir sind? Klick hier um mehr über uns zu erfahren: Katha & Nils stellen sich vor

Hier findet ihr eine Karte, die unsere Route an Tag 1 zeigt: https://goo.gl/maps/vc9aSi187oJ2

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Nils & Katha

2 COMMENTS
  • Rebecca
    Antworten

    Welches Objektiv ist das? Die Bilder sind Hammer!! ?

    1. Nils Jessen
      Antworten

      Die Tages-Langzeitbelichtungen von den Wasserfällen sind alle mit dem Kit-Objektiv SEL1650 weil ich nur dafür nen ND1000 habe.
      Das Bild vom Papageientaucher ist mit dem SEL70210, um nah ran zu kommen natürlich 😉
      Und das Bild in der Höhle und von den Walknochen ist mit dem Samyang 12mm f2.0 (sehr geiles Glas und relativ billig)

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