Tag 7 – In 8 Tagen um die Insel

Tag 7 – In 8 Tagen um die Insel

Nachdem wir am vorigen Tag wieder mitten in der Nacht am Campingplatz angekommen waren und nur noch, mit steifen Fingern und klappernden Zähnen, das Zelt aufbauen konnten, sahen wir uns heute morgen ein wenig in Hofsós um und gingen schwimmen – In einem Freibad (Hallenbäder sind in Island eher untypisch, dafür haben die Freibäder Hotpots und sind rund ums Jahr geöffnet), das direkt am Ufer gelegen ist, sodass man während des Schwimmens einen gigantischen Ausblick über den gesamten Fjord hat. Kann es einen besseren Start in den Tag geben?!

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Anschließend ging’s nach Holar in ein Pferdemuseum. (Ja, ich weiß, das klingt ähnlich spannend wie “Heringmuseum”, aber das hier war doch eigentlich ganz interessant.)
Das Mädchen, das uns hinter dem Empfangstresen erwartete, war selbst auch Deutsche, die nach dem Abi hier für ein paar Monate arbeitet. Von ihr haben wir eine sehr spezielle und auf jeden Fall sehr lustige Führung durch die Ausstellung bekommen… Bei der sie sich mit uns eher darüber lustig gemacht hat, wie Pferde-fanatisch die meisten sind, die sonst so dieses Museum besuchen. Ja, viele Isländer sind wohl sehr stolz auf ihre Pferde.

Das Beeindruckendste war wohl ein nachgebauter Stall aus dem Jahr 1960 – der ebenso gut in eine Mittelalterausstellung in Deutschland gepasst hätte! Die Wände aus Treibholz, weil es (bevor die Isländer angefangen haben, überall so viele Bäume zu pflanzen wie möglich) kaum Wälder gab, die Sättel aus grobem Leder mit Mechanismen, um Heuballen daran zu befestigen und wieder abzuladen, eine Karre in der Ecke, die von einem Pferd gezogen werden konnte.
Parallel dazu: In Deutschland das Wirtschaftswunder, erste Raumschiffe mit Lebewesen an Bord seitens der USA und der UDSSR, die Erfindung des Mikrochips und eines Gerätes zur praktisch anwendbaren Lasertechnik (Theodore H. Maiman, USA).
Da kann man sich das erste Mal wirklich eindrücklich etwas darunter vorstellen, wenn jemand von einem “isolierten Staat” spricht.

Das Ende unserer Museumsführung machte ein Gang durch die Ahnengallerie der Islandpferde – in der vor allem ein Hengst vorgestellt wird, der Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt hatte und von dem 99% aller heute lebenden Islandpferde abstammen… Das nenne ich Produktivität!

Turfhouse Museum

Einen kurzen Abstecher machten wir in Hobbingen, Auenland… Oder so wirkte es jedenfalls! Besonders von der Seite her ähnelten die Häuschen im Turfhouse Museum mehr kleinen Grashügeln als tatsächlichen Wohnplätzen. Und auch die Türen waren mit ihren 1.5 Meter wohl  eher für Hobbits als für normale Menschen gemacht… Faszinierend, sich vorzustellen, dass die meisten Häuser in Island früher so aussahen! Wobei, auch nicht ganz: Das hier waren schon besondere Gebäude – Im Normalfall hatten Häuser früher nicht einmal eine Holzfassade! Denn wie gesagt: kaum Wälder damals!

Wir fuhren weiter, den Fjord entlang Richtung Norden, bis wir zum Reykjastandavegur kamen. “Vegur” heißt übersetzt “Weg” – und das war noch maßlos übertrieben! Mit ca 8 km/h ruckelten wir über den Schotter, während es sich anhörte, als würde unser Auto vor Schmerzen schreien… Nur um festzustellen, dass das letzte Schiff zur Papageientaucher-Insel bereits um halb 10 morgens abgefahren ist.

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Damit wir den ganzen Weg nicht umsonst gefahren sind, beschlossen wir, das Kiosk auszunutzen und kauften zwei total süßen, strohblonden, 12 jährigen Mädchen, die hinter der Theke standen und giggelten, Sandwiches und Hotdogs ab.

Zurück am Auto fiel mir auf, dass mein Kulturbeutel irgendwie nicht da war… und ich ihn wohl am Campingplatz vergessen hatte. (von hier aus: eine Stunde ein Weg.) Aber zum Glück war das ja das erste Mal, dass ich irgendwo meine Sachen vergessen hatte und wir wegen mir zurückfahren mussten… nicht! 😀 

Die Dämmerung brach bereits herein, als wir die Þingeyrarkirkja erreichten – eine alte Kirche mitten in einem atemberaubenden Panorama (wäre sie wenigstens gewesen, wenn wir nicht so spät erst angekommen wären und die Nebelschwaden nicht schon so dicht über dem Boden hingen…).

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Während Nils in den Friedhof einbrach, Bilder von der Kirche machte und seine Timelapse aufbaute, kochte ich im Windschatten unseres Autos Nudeln. Und NEIN, nicht versalzen! Nils ist trotzdem ein wenig zögerlich an das Essen herangetreten… 😀

 

In 8 Tagen um die Insel

Dieser Artikel ist Teil einer ganzen Reihe mit dem Namen „In 8 Tagen um die Insel“, in der wir beschreiben, wie wir mit dem Auto ganz Island umrundet haben.

Ihr wisst noch gar nichts von meinen absolut traumhaften Kochkünsten? Tag 3 – In 8 Tagen um die Insel

Zu Tag 6: Tag 6 – In 8 Tagen um die Insel

Zu Tag 8: Tag 8 – In 8 Tagen um die Insel

Ankunft in Island: Erste Eindrücke

Wer wir sind? Lest hier mehr über Nils und mich: Katha & Nils stellen sich vor

Hier findet ihr eine Karte, die unsere Route an Tag 6 zeigt: https://goo.gl/maps/MRBf5Px8e9y

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Nils & Katha

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